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Die Industrialisierung, die in den Jahren nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und nach dem Krieg zwischen Preußen und Dänemark auch in Schweden begann, hatte zur Folge, dass die Menschen aus den ländlichen Gebieten Schwedens in den Städten Zuflucht suchten. Aber auch dort wurde es eng, es gab keine genügenden Arbeitsplätze und so suchten immer mehr Menschen eine Zukunft in anderen Ländern.
Die Überfahrten zu anderen Kontinenten war teuer und nur den betuchteren Menschen möglich. Die Ärmeren dagegen ließen sich überwiegend im norddeutschen Raum wie auch in Dänemark nieder.
Die Ausgewanderten in Deutschland waren in der schwedischen Bevölkerung negativ angesehen. Obrigkeit und Presse ließen sich in der Öffentlichkeit äußerst schlecht über sie aus. Wenn sie dagegen mit wohlhabenden Angeheirateten zu Besuch kamen waren sie angesehen und geduldet.
Die Jahre 1867 bis 1869 waren die sogenannten Notjahre, es ging den Menschen in großen Teilen Schwedens immer schlechter. Viele verließen ihre Heimat auf den verschiedensten Wegen, ohne dies den Behörden mitzuteilen und sie wurden bei ihnen auf speziellen Listen geführt.
Sie wurden in ihrer Absicht, Schweden zu verlassen, von deutschen, dänischen und auch schwedischen Agenten unterstützt, die zum Teil recht unredlich gearbeitet haben. Sie wurden unter anderem auch von deutschen Gutsherren und Großbauern beauftragt. Zum Teil kamen diese auch selber nach Schweden, um hier Arbeitskräfte anzuwerben und in der Regel für zwei Jahre zu verpflichten.
Die Kosten für die Reise mussten die Auswanderer oftmals selber aufbringen, meistens durch Abzüge von ihrem Lohn. Wurden Frauen schwanger, so wurden sie meistens entlassen und hatten keine Arbeit mehr. Das führte in der Regel zu einer behördlichen Abschiebung zurück nach Schweden mit für sie und ihr Kind katastrophalen Folgen.
Viele Frauen bekamen aber auch nach Heirat mit einem deutschen Mann Kinder, die in behüteter Familie aufwachsen konnten, denn die schwedische Frau erhielt durch die Heirat die deutsche Staatsangehörigkeit und den deutschen Nachnamen, die Kinder ebenfalls.
Daraus resultiert, dass es in Deutschland viel Menschen gibt, die ohne es zu wissen schwedische Vorfahren haben.
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